Ein wenig Trauer und viel Hoffnung am Klausener Platz den Himmel über Berlin offenzuhalten!
Wir haben uns im Gebet gegen den Verkauf der Kirche an einen nicht-christlichen Investor eingesetzt – mit Erfolg: Der Käufer ist abgesprungen. Möglicherweise durch das Eingreifen des Berliner Denkmalamtes, das nach unserem Wissen den Gesetzen treu geblieben ist. Dies ist ein Grund zur Freude! Positiv ist auch, dass die verdienten polnischen Kamillianer vorerst weiterhin in St Kamillus wohnen, bleiben dürfen.
Allerdings erscheint uns die Profanierung und Schließung der Kirche am 2. Weihnachtstag 2025 unnötig und überflüssig, da die Kirche nicht verkauft wurde und dort eine lebendige Gemeinde regelmäßig die Heilige Messe feierte. Die Sakramente wurden eifrig empfangen, gemeinsam beteten Gläubige am Montag und Donnerstag den Rosenkranz. Berlin braucht Kirchen, immerhin konnte das Erzbistum Berlin im letzten Jahr einen Rekord an Erwachsenentaufen und Konversionen verzeichnen, viele nicht deutschsprachige Gemeinden suchen.
In der Gemeinde und im gesamten Volk Gottes in Berlin wurde die Entscheidung mit großer Bestürzung aufgenommen, auch weil die Profanierung am höchsten Fest der Weihnacht erfolgte. Kirchenvorstand Dr. Reinhard Schlenzka, der das Vorgehen insgesamt kritisiert, bezeichnete speziell den Zeitpunkt als äußerst unglückliche Wahl, die von der Gemeinde als Demütigung empfunden wurde.
Generalvikar Pater Manfred Kolling betonte in seiner Predigt:
Wir profanieren eine Kirche … viele Erinnerungen werden wach, für die wir dankbar sein können. Aber auch Schmerz und Trauer, Enttäuschung und Ärger.
Uns erscheint das Vorgehen in vielen Punkten kirchenrechtlich, sozialethisch und in der Abwicklung fragwürdig. Der Berliner Kirchenrechtler Dr. Loser hat hierzu ein Gutachten verfasst, vom BKU gibt es Analysen und Angebote zur Moderation mit dem Orden und der Gemeinde. Wir haben die Verantwortlichen in Freiburg, Berlin und Rom angesprochen, Immerhin wurde uns Gehör geschenkt.
Zu Beginn dieses Jahres erkennen wir deutlich positivere Perspektiven. Wir konnten das Konzept einer geistlichen Fortführung und Erneuerung, den eucharistischen Campus West, das Erich Josef Klausener Haus den beteiligen Stakeholdern vorstellen.
Das Erich Josef Klausener Haus ist ein privat kirchliches Unternehmen, das einen Ort für Anbetung, Bildung, Kunst und soziales Engagement schaffen will. Es verbindet spirituelle Angebote mit modernen Bildungs- und Kulturzentren und setzt auf nachhaltige ökonomische Entwicklung durch vielfältige Partnerschaften.
In den vergangenen Tagen konnten wir dazu konstruktive Gespräche mit Ordensgemeinschaften sowie unserem Erzbischof führen. Auch die Verkäuferseite zeigt sich etwas offener.
Deshalb richten wir weiter den Appell an alle Verantwortlichen, diesen Weg weiterhin gemeinsam, verantwortungsbewusst und im Dialog fortzusetzen. Nur so können die berechtigten Interessen aller Beteiligten berücksichtigt werden, die Interessen des Ordens der Kamillianer erfüllt werden, der Erhalt der Kirche nachhaltig gesichert werden, und ein inspirierender, neuer Ort des Glaubens, der Kultur und der sozialen Arbeit für Berlin Charlottenburg geschaffen werden.
Die Aussichten sind vielversprechend: Zwei Ordensgemeinschaften prüfen derzeit eine Beteiligung am Erich-Josef-Klausener-Haus, zudem zeigen zwei orthodoxe Kirchen Interesse. Führende Vertreter der Berliner Chorbewegung sowie verschiedene katholische Unternehmer bekunden ebenfalls ihr Interesse am vorgestellten Konzept.
Unsere Petition wird mittlerweile von über 500 Menschen unterstützt (Link zur Petition)
Auch wenn vieles offen bleibt, wir vertrauen unserem lieben Gott! Vor allem beten wir, um den Himmel über Berlin weiter offenzuhalten--